Erneut stark ersatzgeschwächt, erneut ohne Punkte: Der ERC Lechbruck musste sich am Freitagabend beim letztjährigen Bezirksligameister und Landesliga-Aufsteiger EV Bad Wörishofen mit 0:5 (0:1, 0:2, 0:2) geschlagen geben. Dabei fiel die Niederlage nach einer zwischenzeitlich starken Phase der Flößer im zweiten Drittel deutlicher aus, als es der Spielverlauf zeitweise vermuten ließ.
Die personellen Sorgen beim ERC Lechbruck reißen nicht ab. Auch beim Gastspiel in Bad Wörishofen mussten die Flößer krankheits- und verletzungsbedingt auf mehrere Leistungsträger verzichten. Entsprechend dezimiert trat die Mannschaft von Trainer Mathias Schuster bei den Wölfen an. Dennoch hatte man sich vorgenommen, dem Aufsteiger Paroli zu bieten und endlich die ersten Punkte der Saison einzufahren.
Der Start in die Begegnung verlief allerdings denkbar ungünstig. Gerade einmal 52 Sekunden waren gespielt, als Jonas Schwarzfischer die Hausherren mit 1:0 in Führung brachte. Der frühe Gegentreffer sorgte für zusätzliche Verunsicherung im Lechbrucker Spiel. Anstatt dem Gegner mit eigenem Tempo und zielstrebigen Aktionen entgegenzutreten, passten sich die Flößer über weite Strecken dem Spiel der Wörishofener an. Es fehlte an Durchschlagskraft, klaren Offensivaktionen und der nötigen Konsequenz im Spielaufbau. So ging es mit einer knappen 1:0-Führung für die Gastgeber in die erste Pause.
Im zweiten Drittel zeigten die Flößer dann ihr besseres Gesicht. Lechbruck kam deutlich engagierter aus der Kabine, erhöhte das Tempo und übernahm über längere Phasen die Initiative. Immer wieder gelang es den Gästen, sich im gegnerischen Drittel festzusetzen und gefährliche Torchancen herauszuspielen. Der Ausgleich lag mehrfach in der Luft, doch der hervorragend aufgelegte Wörishofener Schlussmann Dominik Held erwies sich als sicherer Rückhalt seiner Mannschaft.
Ausgerechnet in dieser Sturm- und Drangphase des ERC folgte der nächste Rückschlag. Während die Flößer auf den Ausgleich drängten, nutzten die Hausherren einen Konter eiskalt aus. Markus Güssbacher erhöhte in der 29. Spielminute nach einem Alleingang auf 2:0. Ein bitterer Gegentreffer, der den bisherigen Spielverlauf des zweiten Abschnitts auf den Kopf stellte.
Lechbruck bemühte sich weiterhin, zurück ins Spiel zu finden, doch anstatt den Anschlusstreffer zu erzielen, kassierten die Gäste in der 39. Minute durch Michael Schejbal das 3:0. Ein unnötiger und zugleich empfindlicher Genickschlag für die Flößer, die sich für ihre bis dahin beste Phase nicht belohnen konnten.
Wer auf eine erneute Aufholjagd im Schlussabschnitt gehofft hatte, wurde unmittelbar nach Wiederbeginn enttäuscht. Bereits neun Sekunden nach dem ersten Bully des letzten Drittels traf Moritz Egger zum 4:0 für die Wölfe. Damit war die Partie praktisch entschieden.
In der Folge fehlte den Lechbruckern zunehmend die letzte Konsequenz. Zwar versuchten die Gäste weiterhin, zumindest zum Ehrentreffer zu kommen, doch in den entscheidenden Situationen mangelte es an Präzision und Entschlossenheit. Zudem war bei Dominik Held weiterhin Endstation. In der 49. Spielminute stellte Marc Miedl schließlich auf 5:0. Anschließend wechselte Lechbruck auch im Tor: Für Niklas Helmer kam Jonas Kothmayr zwischen die Pfosten.
Überschattet wurde das letzte Drittel zudem von mehreren Auseinandersetzungen, die in der 45. Minute gleich vier Spieldauer-Disziplinarstrafen nach sich zogen. Auf Lechbrucker Seite mussten Jonas Seitz und Florian Simon vorzeitig vom Eis, bei den Gastgebern traf es Michael Schejbal und Linards Zemnickis.
Am Ende stand eine deutliche 0:5-Niederlage, bei der sich die Flößer vor allem über die mangelnde Chancenverwertung und vermeidbare Gegentore ärgern mussten. Insbesondere im zweiten Drittel zeigte der ERC, dass man auch mit stark reduziertem Kader durchaus in der Lage ist, das Spielgeschehen zu bestimmen. Allerdings fehlte in den entscheidenden Momenten auch das nötige Scheibenglück, um die Partie in eine andere Richtung zu lenken.
Die angespannte Personalsituation bleibt für die Flößer eine große Herausforderung. Gerade in der aktuellen Phase fehlt es an Alternativen und der nötigen Konstanz, um über die gesamte Spielzeit das eigene Potenzial abzurufen. Dass die Mannschaft dennoch konkurrenzfähig sein kann, zeigte insbesondere das zweite Drittel in Bad Wörishofen, in dem mit etwas mehr Scheibenglück durchaus eine Wende möglich gewesen wäre.
Auch wenn die ersten Punkte weiterhin auf sich warten lassen, gilt es nun, diese schwierige Phase gemeinsam zu überstehen. Die Hoffnung bleibt, dass sich die personelle Situation in den kommenden Wochen entspannt und die Flößer mit einem vollständigeren Kader wieder zu alter Stärke zurückfinden.
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Spielstatistik
EV Bad Wörishofen – ERC Lechbruck 5:0 (1:0, 2:0, 2:0)
Tore: 1:0 Schwarzfischer (1.), 2:0 Güssbacher (29.), 3:0 Schejbal (39.), 4:0 Egger (41.), 5:0 Miedl (49.).
Strafminuten: EV Bad Wörishofen 54 – ERC Lechbruck 56.
Torhüter ERC: Niklas Helmer (bis 49.), Jonas Kothmayr (ab 49.).
Schiedsrichter: Andreas Tetzner, Christian Wittmann.
