Zwei Tage nach dem enttäuschenden Landesliga-Auftakt beim EV Pfronten wartet auf den ERC Lechbruck bereits die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Am Sonntag, 18. Oktober, gastieren die Flößer um 17:45 Uhr bei den Wanderers Germering im Polariom. Die Gastgeber zählen auch in dieser Saison zu den ambitioniertesten Mannschaften der Eishockey-Landesliga und gehen als Favorit in die Begegnung.

Die Wanderers gehören seit Jahren zu den stärkeren Teams der Liga. Nach dem Einzug ins Landesliga-Finale in der Saison 2024/25 erreichten die Germeringer auch in der vergangenen Spielzeit die Playoffs. Die Hauptrunde beendete die Mannschaft mit 47 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz, nur einen Zähler vor dem ERC Lechbruck, der mit 46 Punkten Rang vier belegte.

Auch in der neuen Saison haben sich die Wanderers einiges vorgenommen. Unter Trainer Markus Ratberger, der seit Sommer 2025 an der Bande steht, soll erneut der Einzug in die Playoffs gelingen. Der eingespielte Kader verfügt über zahlreiche erfahrene Leistungsträger und vor allem über viel Offensivqualität. Spieler wie Dennis Sturm, Marco Göttle, Michael Dorfner, Kapitän Quirin Reichel und Daniel Menge zählen zu den prägenden Akteuren der Mannschaft. Wie gefährlich die Germeringer sein können, stellten sie bereits in der Vorbereitung mit einem 15:1-Erfolg gegen den Münchner EK und einem 10:1-Sieg gegen den ESV Türkheim eindrucksvoll unter Beweis.

Auch der Start in die neue Landesligasaison ist den Wanderers gelungen. Am Freitagabend setzten sich die Germeringer in einem torreichen und spannenden Heimspiel mit 7:6 gegen den EV Ravensburg durch. Nach einer 2:0-Führung im ersten Drittel entwickelte sich eine abwechslungsreiche Begegnung, in der die Gäste aus Ravensburg zwischenzeitlich zurückschlagen konnten. Mit drei Treffern im Schlussabschnitt sicherten sich die Wanderers schließlich die ersten drei Punkte der Saison. Der Auftakterfolg unterstreicht einmal mehr die offensive Qualität der Gastgeber, zeigte allerdings auch, dass die Germeringer Defensive durchaus verwundbar ist.

Weniger erfolgreich verlief dagegen der Saisonauftakt für den ERC Lechbruck. Beim Ostallgäu-Derby am Freitagabend in Pfronten mussten sich die Flößer deutlich mit 4:10 geschlagen geben. Vor allem das völlig verschlafene erste Drittel, das mit einem ernüchternden 0:5-Rückstand endete, machte eine erfolgreiche Aufholjagd nahezu unmöglich. In den verbleibenden 40 Minuten präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Mathias Schuster zwar deutlich verbessert und konnte die Begegnung weitgehend ausgeglichen gestalten, die schwere Hypothek aus dem Auftaktdrittel ließ sich jedoch nicht mehr wettmachen.

Für die Flößer gilt es nun, die deutliche Niederlage schnell abzuhaken und sich auf die nächste Herausforderung zu konzentrieren. Schließlich möchte der ERC an seine erfolgreiche vergangene Saison anknüpfen, als sich die Lechbrucker mit dem vierten Tabellenplatz und 46 Punkten in der Landesliga-Gruppe A gut behaupten konnten. Auch in der neuen Spielzeit möchte die Mannschaft möglichst frühzeitig den Anschluss an die Playoff-Plätze herstellen. Nach der schwierigen Vorbereitung wird es dabei vor allem darauf ankommen, als Mannschaft schnell den richtigen Rhythmus zu finden und über die gesamte Spielzeit konstant aufzutreten.

Dass die Lechbrucker auch gegen favorisierte Gegner bestehen können, bewiesen sie im Dezember vergangenen Jahres eindrucksvoll. Damals bezwangen die Flößer den Tabellenführer aus Germering in einer spektakulären Begegnung im heimischen Lechparkstadion mit 7:6. Weniger erfreulich verliefen dagegen die beiden Auswärtsauftritte im Germeringer Polariom, bei denen sich der ERC jeweils deutlich geschlagen geben musste. Vor allem die offensive Durchschlagskraft der Wanderers bereitete den Lechbruckern dabei große Probleme.

Für die Mannschaft von Mathias Schuster wird es am Sonntag deshalb entscheidend sein, von der ersten Minute an hellwach zu sein und sich nicht erneut frühzeitig einen hohen Rückstand einzuhandeln. Defensiv müssen die Flößer deutlich kompakter auftreten, unnötige Scheibenverluste vermeiden und in der Rückwärtsbewegung konsequenter arbeiten. Gegen die spielstarken Gastgeber werden zudem eine hohe Laufbereitschaft, konsequente Zweikampfführung und mannschaftliche Geschlossenheit gefragt sein. Hinzu kommt die körperliche Belastung durch die beiden Auswärtsspiele innerhalb von nur drei Tagen.

Während die Wanderers mit dem Erfolg gegen Ravensburg bereits Selbstvertrauen tanken konnten und aufgrund ihres Heimvorteils als Favorit in die Partie gehen, wollen die Flößer eine deutliche Reaktion auf die Derbypleite in Pfronten zeigen. Dass Germering keineswegs unschlagbar ist, hat der ERC bereits bewiesen. Voraussetzung für eine Überraschung dürfte allerdings eine konzentrierte und geschlossene Mannschaftsleistung über die gesamten 60 Minuten sein.

Spielbeginn am Sonntag im Germeringer Polariom ist um 17:45 Uhr.