Gut vorbereitet reisten die Flößer am Sonntag ins oberfränkische Selb, um dort gegen die Reserve des Zweitligisten Selber Wölfe anzutreten. Zwei Torhüter und 19 Spieler konnte der ERC aufbieten, unter anderem ersetzten Louis Landerer und Kamil Drimal die fehlenden Stammverteidiger Matthias Köpf und Johannes Albl.

Die Lecher legten furios los und gingen bereits in der 2. Spielminute durch Christoph Pfeiffer (Josef Bayrhof, Patrick Völk) mit 0:1 in Führung. Der ERC, dominant und im Vorwärtsdrang, lief dann in einen Konter, den der auffälligste Selber Stürmer, Fabian Bauer in der 4. Minute zum 1:1 abschloss. Der Angriffswirbel der Lecher setzte sich fort: Marcus Köpf, Marius Hack und Paolo de Sousa vergaben hochkarätige Chancen zur erneuten Führung. Dann zogen die Lecher eine Strafzeit, die der VER Selb zu nutzen wußte: Geisberger mußte in der 9. Minute nur noch am bereits geschlagenen ERC-Torhüter Lukas Bauer vorbei ins leere Tor einschieben – 2:1 für Selb. Die Lecher hatten aber die passende Antwort sofort parat: In der 10. Minute erzielte Fabian Bacz (Kamil Drimal, Louis Landerer) den 2:2-Ausgleich für die Ostallgäuer. Und die Gäste machten weiter: Spielerich besser und aktiver, hatten Bacz und Pfeiffer weitere sehr gute Möglichkeiten, Lechbruck wieder in Front zu bringen. Doch erneut lief man blind in einen Konter und das setzte Selb mit seinen pfeilschnellen Spielern eiskalt um: Fast eine Wiederholung des zweiten Gegentreffers führte somit in der 13. Minute zum 3:2 für Selb durch Fabian Bauer, der einmal um das Lechbrucker Gehäuse herumfuhr und per Abstauber das Tor machte. Danach wieder ein Angriffswirbel des ERC, aber so gut die Offensive kombinierte, so harmlos waren dann teilweise die Abschlüsse. Damit blieb es dann beim 3:2-Zwischenstand zur ersten Pause.

Der Beginn des zweiten Drittels dröppelte etwas vor sich hin. Der ERC konzentrierte sich nun darauf, stabiler in der Defensive zu stehen und nicht mehr ins offene Messer zu laufen. Das gelang zunächst auch sehr gut, doch dann trifft der hinter dem ERC-Tor stehende Selber Warkus in der 24. Minute ERC-Goalie Bauer äußerst kurios am Rücken, wovon der Puck ins ERC-Tor kullerte. Ein äußerst unglückliches Tor zum 4:2 zur Unzeit, zumindest aus Lechbrucker Sicht. Und das Glück auf der Seite der Hausherren war noch nicht aufgebraucht: Zunächst scheiterten Louis Landerer und Marcus Köpf in aussichtsreicher Position, bevor erneut Fabian Bauer in der 27. Minute in Überzahl eine Schläfrigkeit in der ERC-Defensive zum 5:2 für Selb nutzte. Bitter für die Flößer, den der Spielverlauf wurde so auf den Kopf gestellt. Zu allem Überfluss scheiterte noch in der gleichen Spielminute Sebastian Weixler allein vor dem Tor am Pfosten. In der 30. Minute wechselte ERC-Trainer Christian Kratzmeir die Torhüter und nun stand Patrick Dietl im Gästetor. Das Spiel wurde kampfbetonter und die Strafzeiten häuften sich. Was die Flößer auch versuchten, bei Torhüter Schramm war stets Endstation und dabei blieb es auch bis zur zweiten Pause.

Ins letzte Drittel starteten die Lecher in Überzahl. Beste Chancen blieben ungenutzt und wurden teils kläglich vergeben. Hier ein Schlittschuh im Weg, dort ein Schläger dazwischen, das Stockende des Torhüters oder ein Verteidiger der Hausherren kratzte in höchster Not den Puck von der Linie – Scheibenglück konnte man den Gästen aus dem Allgäu diesmal wirklich nicht unterstellen. Die Blau-Weißen schnürten auch in den Folgeminuten den VER Selb in dessen Verteidigungsdrittel ein, doch Zählbares war Fehlanzeige. Und dann kommt’s halt wie es in solchen Spielen kommen muss: In der 47. Minute erhöhte Selb durch einen Alleingang von Kevin Tausend auf 6:2. Fabian Bacz (Paolo de Sousa) konnte in der 48. Minute noch einmal auf 6:3 verkürzten und die Lecher versuchten alles, um das Spiel noch einmal umzubiegen, doch die Chancenverwertung war schlicht mangelhaft. Zu groß war der Vorsprung der Hausherren, die die Uhr nun herunterlaufen ließen und mit Mann und Maus ihr eigenes Tor verteidigten.

Der ERC Lechbruck trat also die lange Heimreise mit einer vermeidbaren 3:6-Niederlage im Gepäck an. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass man zwar spielerisch die bessere Mannschaft war, aber sich selbst durch ein mangelhaftes Abwehrverhalten und eine schlechte Chancenverwertung unnötig in die Bredouille gebracht hat. Es bleibt also spannend im Kampf um den Klassenerhalt, wo es am Freitag in Ottobrunn zum nächsten Showdown kommt.

Nächste Spiele:
Fr., 20.01.2023, 20:15 Uhr: ERSC Ottobrunn – ERC Lechbruck
So., 22.01.2023, 17:00 Uhr: ERC Lechbruck – ESC Vilshofen

Wie immer, bietet der ERC Lechbruck auch zu diesem Spiel einen Liveticker an:
www.erclechbruck.de/liveticker