Am zweiten Weihnachtsfeiertag fand diesmal das Ostallgäuderby zwischen Lechbruck und Pfronten statt. Heimvorteil hatte diesmal der EV Pfronten, der rund 400 Zuschauer begrüßen durfte. Diese sahen ein rassiges Derby, in dem sich beide Mannschaften auf Augenhöhe duellierten. Am Ende waren die Hausherren die Glücklicheren und gewannen knapp mit 5:4.

Wenn es heißt „Pfronten gegen Lechbruck“, dann gibt es kein Abtasten, dazu kennen sich beide Mannschaften zu gut. Gleich von Anfang an ging es zur Sache. Und bereits in der zweiten Minute gingen die Hausherren durch Timpe in Führung. Die Lecher produzierten dabei einen Scheibenverlust im eigenen Drittel und leisteten dabei ungewollte Unterstützung. Im ersten Drittel hatten die Falcons die besseren Chancen und ein leichtes Übergewicht, aber auch der ERC tauchte stets gefährlich vor EVP-Torhüter Gimbel auf. Beide Torhüter, Gimbel auf Pfrontener Seite und Patrick Dietl im ERC-Tor, konnten sich durch gute Paraden auszeichnen und ließen keine weiteren Treffer zu.

Das zweite Drittel gehörte dann den Flößern: Lechbruck erhöhte den Druck, spielte nun offensiver und zeigte mitunter schöne Kombinationen. Hochkarätige Chancen von Maxime Danis und Marcus Köpf blieben zunächst ungenutzt. In der 29. Minute dann der längst verdiente Ausgleich für den ERC Lechbruck: Marcus Köpf spielte steil auf Lukas Zugmaier, der halbhoch an Gimbel vorbei einnetzte – 1:1. Ein munterer Schlagabtausch, Kampf, Einsatz, Torchancen – es war nun alles dabei. In der 34. Minute dann die 2:1-Führung für Pfronten durch Ladislav Hruska. Vorausgegangen war ein Angriff der Lecher, Patrick Völk zielte freistehend knapp am leeren EVP-Tor vorbei. Den Konter veredelte dann Hruska im Gegenzug mit einem Gewaltschuss rechts oben ins Kreuzeck. Doch der ERC wurde nun immer stärker und nahm die Partie jetzt unter seine Kontrolle. In der 37. Minute ein Doppelschlag der Flößer: Zunächst erzielte Marcus Köpf den 2:2-Ausgleich, dem Mathias Schuster 50 Sekunden später die Lechbrucker 3:2-Führung folgen ließ. Die zahlreichen ERC-Fans jubelten und machten sich lautstark im Eisstadion Pfronten bemerkbar. Pfronten war in dieser Phase überraschend passiv und hatte dem ERC nicht viel entgegenzusetzen. Der Sturmlauf der Flößer setzte sich fort, doch nun griff das Schiedsrichtergespann in das Spiel ein. Zunächst wurde ERC-Torhüter Patrick Dietl umgefahren, wodurch Gabriel Larivière-Piché ihm zur Hilfe eilte und den Pfrontener vom Tor wegdrückte. Die Folge war eine fragwürdige 2-Minuten-Strafe für Larivière-Piché. Kurz danach ein Pfiff des Schiedsrichters gegen eine Aktion von Tobias Dressel. Kann man pfeifen, jedoch hatte sich dann Dressel nicht mehr im Griff und erhielt daraufhin eine 5 + 2 + 10 Minuten Disziplinarstrafe, was dem Gegner kurz vor Drittelende eine 5-3 Überzahl einbrachte. Jetzt, mit nummerischem Übergewicht, war Pfronten auch wieder am Spiel beteiligt und diese Chance ließ sich der EVP nicht entgehen, folgerichtig der 3:3-Ausgleich durch Mateijka in der 40. Minute.

Der ERC hatte dann zusätzlich die Bürde, mit den restlichen sechs Strafminuten in Unterzahl ins letzte Drittel zu starten. In einem solchen Match, in dem Kleinigkeiten den Aussschlag geben können, ein Riesenvorteil für den EV Pfronten. Die Flößer spielten ein gutes Penaltykilling, Pfronten brachte im Powerplay nicht viel zustande. Erst in der 44. Minute klingelte es dann doch im ERC-Gehäuse: Lechbruck verlor im Vorwärtsdrang die Scheibe an der gegnerischen blauen Linie und EVP-Stürmer Florian Lipp schnappte sich die Scheibe und verlud Dietl zum 4:3 für Pfronten. In der 47. Minute durfte der ERC erstmals im letzten Drittel wieder vollzählig am Spiel teilnehmen. Obwohl die fast 10-minütige Unterzahlphase Kraft gekostet hat, kamen die Flößer nun wieder verstärkt in der Offensive zur Geltung und erhöhten den Druck auf das EVP-Tor. Mitten in der Drangphase wurde erneut die Scheibe vertendelt und Timpe zog allein auf das Tor der Gäste und blieb auch gegen Dietl der Sieger – 5:3 für Pfronten in der 53. Minute. Die Lecher stemmten sich weiter gegen die drohende Derbyniederlage. Eine weitere Strafzeit für den ERC machte es aber nicht leichter. Doch diesmal waren es die Hausherren, die die Scheibe an ERC-Stürmer Josef Bayrhof verloren und dieser mit einem Shorthander zum 5:4 verkürzte (58.). Lechbruck blieben nun noch knapp zwei Minuten Zeit für den Ausgleich. Doch die Falcons verteidigten den knappen Vorsprung mit Mann und Maus über die Ziellinie und durften den Derbysieg feiern.

Das Derby war ein Duell auf Augenhöhe und bot ein sehr unterhaltsames Eishockeyspiel. Pfronten war in den entscheidenden Situationen vielleicht genau dieses eine Tor cleverer. Eine tolle Kullisse stellte den passenden Rahmen. Und die Flößer haben erneut gezeigt, dass sie besser sind, als ihr derzeitiger Tabellenstand es vermuten lässt. Weiter geht es für den ERC am kommenden Freitag, 29.12.2023, um 19:30 Uhr, im Heimspiel gegen den EV Fürstenfeldbruck.

Spielstatistik:
EV Pfronten – ERC Lechbruck 5:4 (1:0, 2:3, 2:1)

Torfolge:
1:0 (01:24) Domenik Timpe (Ladislav Hruska, Jakub Bernad)
1:1 (28:40) Lukas Zugmaier (Marcus Köpf) 4-4 EQP
2:1 (33:51) Ladislav Hruska (Jakub Bernad, Niklas Munz)
2:2 (36:03) Marcus Köpf (Matthias Köpf, Tobias Dressel)
2:3 (36:53) Mathias Schuster (Maxime Danis)
3:3 (39:32) Filip Matejka (Ladislav Hruska, Jakub Bernad) 5-3 PPG
4:3 (43:36) Florian Lipp (Johannes Friedl, Fabian Gmeinder) 5-4 PPG
5:3 (52:21) Domenik Timpe (Tobias Nöss)
5:4 (57:30) Josef Bayrhof (4-5 SHG)

Strafzeiten:
EVP 19, ERC 27 + 10 Minuten Disziplinarstrafe

Zuschauer:
330