Der ERC Lechbruck kann auf eine starke Saison zurückblicken. Spielertrainer Paolo De Sousa und Co-Trainer Andreas Ott ziehen Bilanz, sprechen offen über Herausforderungen und zeigen, wohin der Weg der Flößer in Zukunft führen soll.
Frage: Wenn ihr auf die Saison zurückblickt – welches Fazit zieht ihr insgesamt?
Paolo De Sousa:
Diese Saison war ein großer Erfolg. Gemeinsam haben wir viele große Spiele gewonnen und viele Leute überrascht.
Andreas Ott:
Im Großen und Ganzen eine gute Saison!
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Frage: Was war aus eurer Sicht der entscheidende Faktor für die Saison?
Paolo De Sousa:
Wir haben nie aufgehört, an uns zu glauben. Egal ob wir mit 1, 2 oder 3 Toren zurücklagen – wir haben nie aufgegeben. Wir sind gemeinsam positiv geblieben und haben nie aufgehört zu kämpfen.
Andreas Ott:
Ein paar neue Spieler und mehr Kommunikation mit den Spielern.
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Frage: Gab es einen Moment, in dem ihr gespürt habt: Diese Mannschaft hat etwas Besonderes?
Paolo De Sousa:
Dieses besondere Gefühl hatte ich beim ersten Spiel gegen Pfronten. Früh in der Saison, mit einem kleineren Kader, haben wir extrem hart gekämpft und das hat uns zusammengeschweißt.
Andreas Ott:
Das Derby in Pfronten. Wir waren 4:1 hinten und sind zurückgekommen. Da hat die Mannschaft gezeigt, dass in ihr Charakter steckt.
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Entwicklung der Mannschaft
Frage: Wie hat sich die Mannschaft entwickelt?
Paolo De Sousa:
Wir sind mit jedem Spiel besser und besser geworden. Selbst bei den Niederlagen gegen Sonthofen war ich sehr zufrieden damit, wie wir über volle 60 Minuten gespielt haben.
Andreas Ott:
Durch Kommunikation und Passspiel hat sich einiges positiv geändert. Als richtiges Team war es sehr zerfahren in manchen Spielen.
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Frage: Welche Fortschritte habt ihr besonders gesehen?
Paolo De Sousa:
Wir haben angefangen, füreinander zu kämpfen. Nicht für uns selbst, sondern für das Team, das Logo und den Stolz, ein Teil der Flößer zu sein.
Andreas Ott:
Mehr Beweglichkeit und besseres Passspiel.
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Frage: Gab es Spieler oder Talente, die euch besonders überrascht haben?
Paolo De Sousa:
Luis Scheibenbogen, Paul Enzensberger und Lorenz Lotter.
Andreas Ott:
Thomas Lochbihler hat immer mehr Ruhe in seinem Spiel gefunden. Luis Scheibenbogen hat es in seinem ersten Jahr sehr ordentlich gemacht. Nach sechs Jahren wieder die Schlittschuhe anzuziehen und so zu spielen, wie der Marius Keller war sehr positiv für mich. Dann unsere Torhüter, egal wie alt sie sind, die sich immer voll reinhauen für das Team.
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Herausforderungen der Saison
Frage: Welche Herausforderungen musste das Team meistern?
Paolo De Sousa:
Wir hatten in den meisten Spielen mit vielen Verletzungen und fehlenden Spielern zu kämpfen.
Andreas Ott:
Damit umzugehen, wenn man vorne in der Tabelle steht.
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Frage: Wie wichtig war der Teamzusammenhalt?
Paolo De Sousa:
Er war entscheidend. Unsere Teamchemie und unser Zusammenhalt haben uns durch schwierigen Herausforderungen getragen.
Andreas Ott:
Für mich teilweise sehr enttäuschend, gerade die letzten Spiele in der Saison. Da hätte ich mir mehr gewünscht, dass der eine oder andere sich selbst hinterfragt, warum man dann in der Zielgeraden der Saison so viele Spiele verloren hat und was es heißt, einem Team zu helfen, wenn es bei einem selbst gerade nicht läuft oder wenn man selbst nicht einsatzfähig ist.
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Trainerperspektive
Frage an Paolo: Wie anspruchsvoll ist die Doppelrolle als Spielertrainer?
Paolo De Sousa:
Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht schwierig ist. Es hat etwas Zeit gebraucht, bis sowohl ich als auch die Mannschaft uns daran gewöhnt haben, aber nach ein paar Spielen wurde ich immer sicherer in dieser Rolle. Mit Gazze (Andreas Ott) an meiner Seite wurde es auf jeden Fall einfacher.
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Frage an Andreas: Wie würdest du eure Zusammenarbeit beschreiben?
Andreas Ott:
Sehr ordentlich für das erste Jahr. Durch meine fehlerhafte oder undeutliche Artikulation in Englisch finde ich, dass es ganz gut funktioniert hat. Und für uns zwei war es das erste Mal, in dieser Art und Weise so zusammen zu arbeiten.
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Frage: Wie ergänzt ihr euch im Trainerteam?
Paolo De Sousa:
Wir ergänzen uns gut. Wir kommunizieren gut und waren offen für die Meinungen des jeweils anderen.
Andreas Ott:
Paolo ist der impulsive Typ (da muss er ein bisschen ruhiger werden 😊). Ich bin zwar auch nicht immer ruhig, aber habe es so gut wie möglich versucht, zuerst den Paolo und dann die Mannschaft zu beruhigen 😉
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Mannschaft & Kabine
Frage: Wie würdet ihr den Charakter der Mannschaft beschreiben?
Paolo De Sousa:
Widerstandsfähig und leidenschaftlich. Manchmal hat uns dieser letzte „Push“ über volle 60 Minuten gefehlt, aber das hat sich im Laufe der Saison verbessert.
Andreas Ott:
Sehr begeisterungsfähig, anpassungsfähig und authentisch.
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Frage: Was zeichnet die Kabine aus?
Paolo De Sousa:
Alles. Der Staff, die Spieler, die Trainer. Ein einziger großer Familienraum.
Andreas Ott:
Ihre Lockerheit.
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Frage: Wie wichtig sind die Fans?
Paolo De Sousa:
Ihre Unterstützung bedeutet alles. Ohne sie wären wir einfach nur eine Mannschaft, die Eishockey spielt, und nicht die Familie ERC Lechbruck.
Andreas Ott:
Sehr wichtig! Fans bringen durch ihre Leidenschaft und Identifikation zum Verein und Spieler Stimmung ins Stadion.
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Saisonhighlights
Frage: Was war euer persönliches Highlight?
Paolo De Sousa:
Wie erfolgreich unsere Saison war und dass wir vielen das Gegenteil beweisen konnten. Ich weiß, dass es zu Saisonbeginn Bedenken gab, was Trainer/Coach und unseren Kader betrifft, und ich bin stolz auf meine Jungs für ihren großartigen Einsatz über die ganze Saison.
Andreas Ott:
Das letzte Derby gegen Pfronten zuhause. Das war ein Spiel mit allem, was Eishockey zu bieten hat. Schnell, hart und es ist für uns gut ausgegangen 😊
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Frage: Welches Spiel bleibt besonders in Erinnerung?
Paolo De Sousa:
Das Heimspiel gegen Pfronten am Ende der Saison. Ein unglaublicher Sieg vor unseren großartigen Fans.
Andreas Ott:
Leider negativ. Das Heimspiel gegen Sonthofen. Es war alles angerichtet zu einem Spitzenspiel, aber die Schiedsrichter hatten keinen guten Tag. Das war sehr enttäuschend.
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Blick nach vorne
Frage: Was nimmt die Mannschaft mit?
Paolo De Sousa:
Einen großen Erfolg nach einer der erfolgreichsten Spielzeiten des ERC Lechbruck seit vielen Jahren und einer positiven Bilanz.
Andreas Ott:
Ihr Aufbauspiel und Passspiel.
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Frage: Wo seht ihr Entwicklungspotenzial?
Paolo De Sousa:
Bei unserer Physis und Fitness.
Andreas Ott:
Schnelligkeit und Aggressivität. Wir sind ein eher älteres Team und sollten vermehrt junge Spieler einbauen.
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Frage: Eure Botschaft an die Fans?
Paolo De Sousa:
Ich hoffe, alle Fans haben einen großartigen Sommer, und ich freue mich schon darauf, im Herbst alle wieder im Stadion zu sehen!
Andreas Ott:
Wieder zu kommen bei den Heimspielen und wie gehabt Stimmung machen.
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Abschluss
Frage: Die Saison in drei Worten?
Paolo De Sousa:
Verbunden. Kampf. Legendär.
Andreas Ott:
Leider zu kurz.
Das Interview zeigt deutlich: Der ERC Lechbruck hat in der Saison 2025/26 nicht nur sportlich überzeugt, sondern auch als Team einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Trotz aller Herausforderungen ist eine Mannschaft gewachsen, die Zusammenhalt, Leidenschaft und Entwicklung vereint. Die Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Talenten, gepaart mit einer klaren Idee, bildet eine starke Basis für die Zukunft.
Mit diesem Fundament und dem Rückhalt der Fans im Rücken darf der Blick nun nach vorne gehen – mit dem klaren Ziel, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.
