Mit großem Kampfgeist, viel Moral und insgesamt sechs erzielten Treffern verabschiedete sich der ERC Lechbruck am Sonntagabend aus den Play-offs der Landesliga. Im entscheidenden zweiten Achtelfinalspiel in der Clariant-Arena Moosburg unterlagen die Flößer dem EV Moosburg mit 6:8 und mussten damit die Saison beenden. Angesichts der personellen Situation ist die gezeigte Leistung besonders hoch einzuschätzen: Mit Cameron Roberts, Tobias Dressel und Richard Schratt (alle verletzt), Christoph Lohr (krank) sowie dem gesperrten Samuel Holzmann fehlten erneut gleich mehrere wichtige Akteure. Dennoch präsentierte sich der ERC über weite Strecken sogar als die bessere Mannschaft.
Moosburg erwischte den besseren Start und ging in der 5. Spielminute durch Aigner mit 1:0 in Führung. In der 11. Spielminute erhöhte Franz auf 2:0. Die Hausherren nutzten ihre ersten Chancen konsequent, während Lechbruck zunächst etwas Anlaufzeit benötigte. Doch die Flößer arbeiteten sich ins Spiel und belohnten sich noch vor der ersten Pause: In der 16. Spielminute verkürzte Mathias Schuster im Powerplay auf 2:1 und setzte damit ein wichtiges Zeichen.
Im zweiten Drittel entwickelte sich ein intensiver, temporeicher Schlagabtausch mit mehrfach wechselnder Führung. In der 22. Spielminute glich Lukas Fischer zum 2:2 aus und brachte sein Team endgültig zurück in die Partie. In der 27. Spielminute brachte Finley Moosburg erneut mit 3:2 in Führung. Die Antwort des ERC ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Nur 30 Sekunden später traf Paolo De Sousa in der 27. Spielminute zum 3:3 – vorbereitet von Lukas Fischer. Lechbruck blieb nun druckvoll und nutzte eine Überzahlsituation eiskalt: In der 36. Spielminute erzielte Lukas Fischer im Powerplay das 4:3, die Assists steuerten Tyler Lepore und Paolo De Sousa bei. Zwar gelang Moosburg in der 37. Spielminute durch Huber der 4:4-Ausgleich, doch erneut schlugen die Flößer zurück. In der 40. Spielminute brachte Tyler Lepore den ERC mit 5:4 in Führung, Simon Maucher verbuchte den Assist.
Auch im Schlussdrittel blieb es hochdramatisch. In der 42. Spielminute erhöhte Marcus Köpf nach Vorarbeit von Simon Maucher auf 6:4 – die Zwei-Tore-Führung für die Lecher. Die Partie schien zu kippen, doch Moosburg zeigte seinerseits Moral. Knallinger verkürzte in der 43. Spielminute auf 5:6, ehe Finley in der 47. Spielminute den 6:6-Ausgleich markierte. In der Schlussphase entschieden Kleinigkeiten – und auch sehr fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen. In Überzahl traf Gross in der 57. Spielminute zur 7:6-Führung für die Gastgeber. Der ERC riskierte in den letzten Minuten alles, nahm Torhüter Philipp Wieland zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers vom Eis und drängte auf den Ausgleich. Doch in der 60. Spielminute machte Unuk mit einem Empty-Net-Tor zum 8:6 alles klar.
Wie bereits in der vergangenen Spielzeit ist damit im Achtelfinale Schluss. Dennoch zeigte der ERC Lechbruck in dieser Saison ein anderes Gesicht als noch im Vorjahr. Über weite Strecken der Hauptrunde stand die Mannschaft völlig zurecht auf dem zweiten Tabellenplatz und begeisterte mit offensivem, schnellem und leidenschaftlichem Eishockey. Das Team von Spielertrainer Paolo De Sousa und Co-Trainer Andreas Ott ritt lange Zeit auf einer Erfolgswelle, überzeugte mit mannschaftlicher Geschlossenheit und großer Spielfreude.
Erst eine eklatante Verletzungswelle streute spürbar Sand ins Getriebe. Woche für Woche fielen wichtige Leistungsträger aus, eingespielte Reihen mussten umgestellt werden, und die Belastung für die verbliebenen Spieler stieg enorm an. Diese personellen Rückschläge zogen sich bis in die Play-offs hinein. Umso bemerkenswerter ist es, dass die Mannschaft im entscheidenden Spiel in Moosburg noch einmal alles mobilisierte, sich mehrfach zurückkämpfte und das Duell bis in die Schlussminuten offenhielt.
Im Vergleich zur vergangenen Saison hat sich der ERC Lechbruck in vielerlei Hinsicht deutlich gesteigert – sportlich, taktisch und auch in der mannschaftlichen Geschlossenheit. Trotz des bitteren Ausscheidens überwiegt daher neben der Enttäuschung auch der Stolz auf eine Entwicklung, die Mut für die Zukunft macht. Ein ausführliches Resümee zur Saison wird in den kommenden Tagen folgen.
