Der ERC Lechbruck hat am Freitagabend beim EV Fürstenfeldbruck einen hart erkämpften 4:3-Auswärtssieg nach Verlängerung gefeiert. Dabei hätten die Gastgeber den favorisierten Flößern fast ein Bein gestellt, denn über lange Strecken war wenig von der Offensivkraft des ERC zu sehen. Besonders in den ersten beiden Dritteln war das stürmischste im Eisstadion an der Amperoase der eisige Wind, der durch die offene Arena pfiff, während das Spiel selbst zäh blieb und von der destruktiven Spielweise der Hausherren geprägt war. Eine erfreuliche Personalnote gab es allerdings bereits vor Spielbeginn: Stürmer Paolo De Sousa feierte nach seiner mehrwöchigen Verletzungspause sein Comeback auf dem Eis – und der Rückkehrer sollte für den ERC noch entscheidend werden.
Die Fürstenfeldbrucker erwischten den besseren Start und gingen in der 7. Spielminute durch Fabian Köhler mit 1:0 in Führung. Lechbruck tat sich schwer, fand kaum Tempo und ließ sich vom Rhythmus des Gegners einlullen. Erst in Überzahl gelang der wichtige Ausgleich: In der 14. Spielminute traf Marius Hack zum 1:1, vorbereitet von Mathias Schuster und Simon Maucher. Auch im zweiten Drittel blieb das Bild unverändert. Der EVF agierte körperlich und störte konsequent den Spielfluss, während der ERC kaum zu klaren Torchancen kam. In der 32. Spielminute nutzten die Gastgeber erneut einen Moment der Unachtsamkeit und gingen durch Michael Lackner mit 2:1 in Führung. Mit diesem Spielstand ging es in das Schlussdrittel.
Dort schien die Partie zunächst endgültig in Richtung der Münchner Vorstädter zu kippen, als Benjamin Dawid in der 51. Spielminute auf 3:1 erhöhte. Eine Auszeit des ERC in der 53. Minute sollte jedoch zur Wende des Abends werden. „Wir mussten das Team wachrütteln“, erklärte Trainer Paolo De Sousa später. Und tatsächlich: Plötzlich zeigten die Flößer das Spiel, das sie eigentlich auszeichnet. Der erst 18-jährige Luis Scheibenbogen fasste sich in der 54. Spielminute ein Herz und verkürzte nach Zuspiel von Maximilian Prinz und Richard Schratt mit einem präzisen Handgelenkschuss auf 3:2. Der ERC drängte nun vehement auf den Ausgleich und wurde kurz vor Schluss belohnt: In Überzahl traf Richard Schratt in der 59. Spielminute zum 3:3, vorbereitet von Tyler Lepore und Paolo De Sousa. Nach der starken Schlussoffensive der Lecher ging es in die Verlängerung, wo sich schließlich der Comebacker des Abends zum Matchwinner krönte: Nach 61 Minuten und 11 Sekunden erzielte Paolo De Sousa auf Zuspiel von Simon Maucher und Lucas Hay den 4:3-Siegtreffer und sicherte dem ERC den umjubelten Auswärtserfolg.
Nach der Partie zeigte sich Co-Trainer Andreas Ott erleichtert, aber auch selbstkritisch. Er sagte: „Wir kamen lange Zeit mit der Art und Weise wie Fürstenfeldbruck spielt nur schwer zurecht. Es war ein Geduldsspiel, bei dem wir uns spät am eigenen Schopf gepackt haben und durch eine starke Schlussoffensive letztlich doch verdient den Auswärtssieg geholt haben. Wir haben es in den ersten beiden Dritteln kaum geschafft, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen, andernfalls hätten wir uns leichter getan. Das sollte Warnung genug für die kommenden Spiele sein.“
Der ERC Lechbruck zeigte Moral und drehte ein fast verloren geglaubtes Spiel in den letzten sieben Minuten. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Mannschaft über weite Strecken unter Normalform agierte und erst spät zu ihrer gewohnten Struktur fand. Mit dem Sieg festigt der ERC seinen Platz in der Spitzengruppe der Tabelle und bleibt weiterhin auf Rang zwei.
Strafminuten:
Fürstenfeldbruck 8 + 5 für Pechlaner / Lechbruck 4
