Der ERC Lechbruck hat am Freitagabend einen echten Charaktertest bestanden und beim EHC Bad Aibling einen hart umkämpften 4:3-Auswärtssieg nach Overtime eingefahren. Trotz des Ausfalls von gleich fünf Leistungsträgern aufgrund von Verletzungen und einer Spielsperre zeigten die Flößer Moral und Leidenschaft. Mit den zwei Punkten verteidigt Lechbruck weiterhin souverän Tabellenplatz zwei.
Vor rund 170 Zuschauern in der Eishalle Bad Aibling (davon 25 aus Lechbruck) starteten die Gastgeber druckvoll und nutzten den ersten Fehler im Spielaufbau des ERC konsequent. Bereits in der 3. Spielminute gingen die Hausherren dadurch mit 1:0 in Führung. Lechbruck benötigte einige Minuten, um Ordnung in die notgedrungen neu zusammengestellten Reihen zu bringen, steigerte sich aber zunehmend und kam besser in die Zweikämpfe. Der verdiente Lohn folgte in der 11. Minute: Tyler Lepore traf nach schöner Vorarbeit von Marius Keller und Josef Bayrhof zum 1:1-Ausgleich. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause.
Im zweiten Abschnitt entwickelte sich ein intensives, umkämpftes Spiel mit vielen Zweikämpfen, aber nur wenigen klaren Torchancen. Bad Aibling nutzte eine Unachtsamkeit in der Lechbrucker Defensive und ging in der 29. Minute erneut in Führung. Trotz des 2:1-Rückstands blieben die Flößer ruhig, arbeiteten diszipliniert weiter und hielten das Spiel offen.
Das Schlussdrittel gehörte dann den Lechern, die immer stärker aufkamen. In der 47. Minute erzielte Morris Demmler nach Zuspiel von Lukas Scheibenbogen den überfälligen Treffer zum 2:2-Ausgleich. Das Tor gab den den Gästen aus dem Ostallgäu sichtbar Auftrieb. Lechbruck übernahm nun mehr und mehr die Spielkontrolle und belohnte sich in der 58. Minute: Cameron Roberts traf zur 3:2-Führung, vorbereitet von Simon Maucher und Marcus Köpf. Der Auswärtssieg war zum Greifen nah. Die Flößer verwalteten das Spiel nun clever und nahmen Zeit von der Uhr.
Doch die Gastgeber gaben sich nicht geschlagen. In einer dramatischen Schlussphase nahm Bad Aibling den Torhüter vom Eis und wurde belohnt: Nur 14 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit fiel der Ausgleich zum 3:3. Die Partie musste in der Overtime entschieden werden.
In der Verlängerung bewiesen die Flößer erneut ihre mentale Stärke. Nach einer Zeitstrafe gegen die Gastgeber spielte Lechbruck geduldig sein Powerplay aus und nutzte die Überzahl eiskalt. In der 62. Minute war es Mathias Schuster, der den vielumjubelten Siegtreffer zum 4:3 erzielte. Cameron Roberts und Simon Maucher lieferten die Assists zu diesem entscheidenden Tor.
Mit diesem Erfolg sammelt der ERC Lechbruck trotz schwieriger personeller Voraussetzungen zwei enorm wichtige Punkte, bestätigt das Vertrauen in die eigenen Stärken und bleibt erster Verfolger von Tabellenführer ERC Sonthofen. Es war sicherlich ein Arbeitssieg ohne großen Glanz, aber ein verdienter Erfolg der Flößer, die darüber hinaus noch drei Mal am Aluminium scheiterten.
Ausblick:
Bereits am Freitag, 09.01.2026, geht es für die Flößer weiter. Dann ist der ERC Lechbruck um 19:45 Uhr auswärts beim EV Fürstenfeldbruck gefordert.
Strafminuten:
Bad Aibling 2 / Lechbruck 2
